Demoparolen
Nicht immer sind Demoparolen kurz und gut - siehe die Abbildung1).
Die Aktivität „Demoparolen“ ermöglicht:
- Untersuchung von Demoparolen zum Thema Sozialabbau daraufhin, welche Ideologien und Diskurse sie transportieren
- Auseinandersetzung mit problematischen Seiten der vergangenen Proteste gegen Sozialabbau in Hinblick auf zukünftige
- Sensibilität für den Umgang mit Begriffen entwickeln, Diskussion über Begriffe wie „Arbeit“, „Volk“ und „Globalisierung“, „Zwangsarbeit“ (Assoziation zum NS).
- Diskussion über politische Paradigmen, z.B.: Was unterscheidet die Forderung nach mehr „Arbeitsplätzen“ von der nach einem „Einkommen zum Auskommen“?
- Bessere von schlechteren Parolen unterscheiden können
Rahmen
Bedingungen
- 6-15 TN
- Ein großer Raum sowie zwei weitere Gruppenräume für die Kleingruppen
Ablauf
- Vorstellung der Demoparolen (15 min.)
- Kleingruppen zu jeweils zwei Parolen (40 min.)
- Vorstellung der Ergebnisse der Kleingruppen (45 min.)
- Auswertung (20 min.)
Material
- Flipchartpapier, Stifte
- Je eine Kopie der Arbeitszettel
- Demoparolen auf DIN A 4
Aktivitätenbeschreibung
Phase 1 (15 min.)
Das Team hängt sechs ausgeschnittene Demoparolen an eine Pinnwand. Es gibt zunächst eine allgemeine Diskussion darüber, ob man die Parolen kennt, wo sie einem begegnet sind, wie der erste Eindruck ist. Das Team kann erläutern, dass es sich nicht um ausgedachte Parolen handelt, sondern welche, die bei den Montagsdemos von Gewerkschaften, linken Gruppen, Sozialabbau-Initiativen und Neonazis verwendet wurden. Das Rätsel, wer welche Parole benutzt hat, soll jedoch noch nicht aufgelöst werden.
Phase 2 (40 min.)
Die Gruppe teilt sich in drei Kleingruppen und bekommt jeweils zwei Parolen sowie einen Arbeitszettel. Der Arbeitsauftrag ist, die Parolen in die kleinsten Sinneinheiten zu zerschneiden, die die Gruppe erkennt. Die Begriffe sollen auf ein Flipchartpapier aufgeklebt werden. Daneben soll die Gruppe aufschreiben, was sie mit dem jeweiligen Begriff assoziiert bzw. welche weiteren Themen und Diskussionen mit ihm verbunden sind. Es soll herausgearbeitet werden, welches diskursive Feld der Begriff transportiert. Das Team sollte den TN_innen mitteilen, dass sich die Gruppe nicht in zu langen Diskussionen über eine einzelne Begriffe verlieren sollten. Beiden Parolen werden so analysiert. In einem zweiten Schritt soll sich die Gruppe die Parolen noch mal als Ganze angucken und zusammenfassen, welche Aussage die Parolen transportieren und wie TN_innen selbst diese bewerten.
Phase 3 (45 min.)
Jede sezierte und analysierte Parole wird von den Kleingruppen im Plenum vorgestellt und gemeinsam betrachtet, alle können noch etwas ergänzen. Am Ende kann das Team sagen, wer die Parolen wirklich benutzt hat.
Phase 4 (20 min.)
Es wird gemeinsam darüber diskutiert, was eine bessere von einer schlechteren Parole unterscheidet und welche Bezüge zu Rassismus in den jeweiligen Aussagen hergestellt werden.
Mögliche Fragen können sein:
- Warum sind manche problematischen Aussagen auf den ersten Blick zum Teil so schwer zu erkennen?
- Wie viel utopisches Potential soll eine Parole enthalten? Sollen Parolen nur negativ („Gegen“ oder „Weg mit“) sein, oder ist es besser, positive Ziele (gegen Kritisiertes) zu formulieren?
- Was könnten Empfänger_innen der Botschaft denken, d.h. nicht nur man selbst?
- Wie kann man genau das sagen, was man will?
- Wie kann man grundsätzlich mit der extremen Verkürzung und Zuspitzung von Parolen umgehen?
Vorschläge für zu analysierende Parolen
(eine Parole jeweils auf A4 kopieren, bzw. groß abschreiben)
- Arbeitsplätze statt Globalisierung/Zukunft statt Globalisierung 2)
- Einkommen zum Auskommen statt 1-Euro-Jobs“ 3)
- Arbeit für Millionen statt Profite für Millionäre 4)
- Für eine großzügig bemessenen Existenzsicherung für alle - selbstverständlich auch für Flüchtlinge und Illegalisierte 5)
- Weg mit Hartz IV – Das Volk sind wir! 6)
- Gegen Lohndrückerei und Zwangsarbeit – Weg mit Hartz IV 7)
Materialien
Kopiervorlage für die Kleingruppen
Aufgabe 1
- Dafür zerschneidet ihr die Parole in ihre Einzelbestandteile. Ihr müsst dabei nicht jedes Wort zerschneiden, sondern könnt die kleinsten Sinneinheiten zusammenlassen. Wichtig zum Erkennen der Struktur können auch kleine Bindewörter sein wie „statt“ oder „und“.
- Klebt nun die einzelnen Bestandteile auf und untersucht sie ausführlich. Welche Assoziationen verbinden sich mit den Begriffen? Welche Diskussion verbinden sich mit ihnen?
| Begriff | Assoziationen |
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Aufgabe 2
- Was ist Eurer Meinung nach die Gesamtaussage der Parole?
- Wie beurteilt Ihr die Gesamtaussage nach der Analyse der einzelnen Teile?

