Soziale Vererbung

Die Aktivität1) soll helfen, die eigene soziale Herkunft genauer zu reflektieren und sich mit der Frage nach der „sozialen Vererbung“ von ungleichen Lebensmöglichkeiten und -chancen auseinanderzusetzen.

Rahmen

Bedingungen

6-30 TN, Raum für Zweiergespräche

Ablauf

  1. 30 Minuten Gespräch in Zweiergruppen
  2. 20 Minuten Diskussion in der Gesamtgruppe

Material

  • Fragebogen für alle TN

Aktivitätenbeschreibung

Die Gruppen werden in Zweier-Gruppen aufgeteilt. Alle TeilnehmerInnen erhalten einen Fragebogen. Sie haben 15 Minuten Zeit, um ihn alleine auszufüllen. Danach sprechen sie zu zweit weitere 15 Minuten über das aus ihrer Geschichte und ihren Überlegungen, was sie mitteilen wollen. Danach kehren sie in die Gesammtgruppe zurück. Dort werden Eindrücke gesammelt, die der ganzen Gruppe mitgeteilt werden sollen. Im Anschluss daran wird über die folgende Frage diskutiert: „Gibt es eine soziale Vererbung von Lebensmöglichkeiten und -chancen“. Für den Prozess in der Gesamtgruppe stehen 20 Minuten zur Verfügung.

Material

Fragebogen

Bitte fülle den Fragebogen zunächst alleine aus, du hast dafür 15 Minuten Zeit. Sprich danach mit deinem_r Partner_in über das aus deiner Geschichte und deinen Überlegungen dazu, was du mitteilen willst. Überlegt, ob es Dinge gibt, die ihr im Anschluss der ganzen Gruppe mitteilen wollt.

  1. Wie waren die Einkommensverhältnisse in der Familie in der du aufgewachsen bist? (Monatseinkommen,. Vermögen aus welcher Arbeit?)
  2. Beschreibe, wie du aufgewachsen bist (Haus oder Wohnung. Stadt, Sicherheit, Infrastrukturen)
  3. Wie verhält sich deine Ausbildung zu der Ausbildung von anderen aus deiner Familie, die der gleichen Generation wie du angehören, und zu der ein oder zwei Generationen vorher?
  4. Wie hat deine Familie mit dir ihre Freizeit verbracht (Reisen, Hobby, Kino, Shopping,…was genau?)
  5. Unterstreiche aus der Liste der Werte fünf, die in deiner Familie wichtig waren und kreise fünf Werte ein, die überhaupt nicht wichtig waren:
    • Ein bescheidenes Leben führen, ein sehr gutes Leben führen und sich viel leisten können, sozialen Status und Bedeutung erreichen, offene Kommunikation zwischen den Familienmitgliedern, teure Reisen unternehmen, ein gutes Verhältnis zu den Nachbarn haben, sportlich sein, sich durch Therapie weiterentwickeln, anderen helfen, heiraten und Kinder bekommen, Gesetze und Recht respektieren, das Land verteidigen, nicht mit dem Gesetz in Konflikt geraten, politisches und soziales Bewusstsein, Selbstreflexion, Engagement in der Gemeinde, Geld sparen, Geld für sich arbeiten lassen, Geld genießen, einen hohen Schulabschluss erreichen, einen Universitätsabschluss erreichen, ein Handwerk lernen, sich in einer sozialen Gruppe engagieren, gut aussehen, professionell sein, selbstständig als Unternehmer_in sein, ein Haus oder eine Wohnung besitzen, patriotisch sein, eine Privatschule besuchen, sparsam sein, ein gutes, höfliches Benehmen haben….
    • Gibt es noch andere wichtige Werte, die hier nicht aufgelistet wurden? …
  6. Was schätzt du an deinem Klassenhintergrund? Welche guten Ressourcen hast du erhalten?
  7. Was war schwierig für dich aufgrund deines Klassenhintergrundes?
  8. Welchen Einfluss hat deine Klassenherkunft auf deine derzeitigen Haltungen, Meinungen, dein Handeln, deine Gefühle (bezüglich z.B. Geld, Arbeit, zwischenmenschlichen Beziehungen mit Leuten derselben oder anderen Klassenherkunft, Selbstbild, Zielen, Politik etc.)?
1) Aus: Leah Czollek (http://www.czollek-consult.de )und Heike Weinbach (http://www.philopraxis-mediation.de/): Social Justice Education

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