Fetisch
Ein gesellschaftliches Verhältnis, das so gestrickt ist, dass eine Analyse dieses Verhältnisses durch die gesellschaftliche Praxis, die durch dieses Verhältnis selbst hervorgerufen wird, systematisch erschwert wird, nennt Marx Fetisch1). Z.B. scheint es in der kapitalistischen Gesellschaft so, als ob allen Dinge ganz selbstverständlich ein Wert innewohnen würde. Marx analysiert dagegen den „Wert“ als eine gesellschaftlich produzierte Kategorie, die dadurch entsteht, dass Waren für den Tausch produziert werden: Für den Markt müssen alle Dinge einen Wert haben, sonst könnte man sie nicht gegen gleichwertige Dinge tauschen. Der Tausch tritt uns im Alltag so selbstverständlich entgegen, dass es scheint, als ob der Wert der Waren in deren Natur liegen würde. Im Anschluss an Marx könnte man sagen, dass ebenso Nation, Klasse, Rasse, etc. keine Naturtatsachen sind, sondern erst in einer gesellschaftlichen Praxis hergestellt werden.
